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Krankenschwester an Bord

Hals- und Beinbruch? “Nursey” Pat Engel hat an Bord trotzdem gut lachen.Patricia kommt aus Mainz und lebt inzwischen auch wieder glücklich dort. Sie hat 10 Jahre als Krankenschwester an Land gearbeitet, bevor sie für zwei 6-Monats-Verträge auf Hapag-Lloyd-Schiffen einstieg, auf der Hanseatic und auf der MS Europa. Nach ihrer Zeit an Bord hat sie den Schwesternkittel an den Nagel gehängt, um sich auf ihre kreative Ader zu konzentrieren. Sie arbeitet jetzt für eine Wiesbadener Werbeagentur.

Bewerbung

Wer als Krankenschwester auf die MS Europa oder ein anderes Hapag-Lloyd-Schiff möchte, kann sich bei der Firma CSM Cruise Services bewerben.

Ausbildung

Ich bin staatlich geprüfte Krankenschwester, mit Erfahrungen in Chirugie und Innerer Medizin.

Über den Job an Bord

Im Hospital bildet man mit dem Schiffsarzt eine eigene Abteilung. Außer dem Kapitän kann einem niemand Anweisungen geben. Man unterliegt auch nicht den normalen Kleidervorschriften, obwohl man bei der Arbeit weiß gekleidet sein sollte. Bei einem Notfall am Strand darf es aber auch mal ein Bikini sein. Man trägt 24 Stunden einen Piepser und hat nur frei, wenn man an Land ist. Einer (Arzt oder Schwester) muss für Notfälle immer an Bord bleiben. Dabei wechselt man sich mit dem Arzt ab.

Das Hospital hat morgens und abends Öffnungszeiten für Gäste und Crew. Die Crew hat zum Beispiel mit Erkältungen, Schnittverletzungen oder Hautproblemen zu tun. Man ist oft Vermittler bei Schwierigkeiten. Einige sehen das Leben an Bord als Flucht aus dem Alltag, was aber Probleme nicht wegzaubert. Getrunken wird an Bord auch recht viel. In der Crewmess stellte ich immer ausreichend Kondome zur Verfügung, um diverse Geschlechtskrankheiten und sonstige Folgen von Bord zu halten. Es gab auch Gäste, die täglich Hilfe beim Waschen oder Verbandswechsel brauchten. Das Publikum ist sehr alt. Gestorben ist in der ganzen Zeit aber nur eine Passagierin.

In meinen ersten 3 Monaten in der Antarktis kugelte sich der Arzt selbst die Schulter aus. Zu meinem Glück war gerade ein amerikanischer Ärztekongress an Bord und es fand sich eine Ärztin, die eine Kurznarkose machen konnte, denn ohne Narkose bekam ich seine Schulter nicht mehr rein. In der Antarktis ist man außerdem ca. 4 Seetage vom nächsten Hospital entfernt. Wir hatten in dieser Zeit Schenkelhalsbrüche und Radiusfrakturen. Da war ich froh um meine 10-jährige Berufspraxis und Gipserfahrung in der chirurgischen Poliklinik. Nähen zu können ist übrigens auch von Vorteil, wenn der Arzt mal gerade nicht an Bord ist.

Ich hatte nur eine 5-stündige Übergabe um zu erfahren, wie man mit Röntgengerät, Sterilisator, Zentrifuge, Bluttestmaschine etc. umzugehen hat. Das schwierigste Kapitel war aber die Computerarbeit: Arztrechnungen erstellen, Impflisten in Excel, das interne Computerprogamm für die Medikamentenbestellung (Fidelio Cruise) etc.

Hanseatic vs. Europa

Wenn man sich als Krankenschwester bewirbt, hat man zunächst keinen Einfluss, auf welches der 4 Hapag-Lloyd-Schiffe man kommt. Jedes hat Vor- und Nachteile.

Auf der Hanseatic teilte ich die Kabine mit einer Kollegin aus dem Restaurant. Die Crew aus dem Hotelbereich ist größtenteils unter 25 und eine eigene Clique. Da sind die über 30-jährigen nur eine Handvoll. Das gefiel mir auf der MS Europa besser: Größere Crew und mehr Leute in verschiedenen Altersgruppen.

Auf der Hanseatic war ich zudem die Masseurin für die Gäste und für den Früh- und Wassersport verantwortlich. Auch der Saunaaufguss gehörte zu meinen Aufgaben sowie verschiedene kleinere Tätigkeiten auf der Brücke. Dazu kamen Erste-Hilfe-Kurse für die Crew und die wöchentlichen Wasser- und Swabtests in der Küche. Man verdient sein Krankenschwester-Bruttogehalt auf die Hand, Trinkgeld bekommt man eher selten.

Auf der Europa bekam ich für abends eine Galauniform, obwohl ich keinen Offiziersstatus hatte und durfte auf Einladung im Restraurant essen. Das ist abhängig vom Hoteldirektor. Hier konnte ich auch bei Shows die Scheinwerfer betätigen. Auf der Europa hatte ich sehr viel Glück mit den Ärzten. Sehr nett und kompetent.

Und zum Schluss…

Die Zeit auf dem Schiff hat mir sehr viel gebracht. Menschen, die an Bord arbeiten, sind eher tolerant und weltoffen. Ich habe eine sehr intensive, erlebnisreiche Zeit verlebt (man weiß immer, es ist auf 6 Monate beschränkt), die gewiss zu den schönsten meines Lebens gehört. Immer unterwegs, immer gutes Wetter und jeder Tag bringt neue interessante Erlebnisse. Damit auch noch viele liebe Grüße an alle, die mich kennen!

Nursey

Weitere Informationen

Schiffshospital – Stellenbeschreibung

Sea Doc

Medizinisches Personal für Kreuzfahrtschiffe sucht Dr. med F. Steffen

Schiffsdialyse Dr. Rittich

Für den kurzen Einstieg. Dr. Rittich bietet Dialysebehandlungen an Bord für Dialysepatienten an. Nur mit entsprechender Qualifikation, und nur für jeweils eine oder wenige Reisen.
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