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Teil 1: Nimm mich mit Kapitän, auf die Reise
Es ist kurz vor 17.00 Uhr. Für die Bewohner von Kapstadt ist es ein normaler Sonntag. Für die Crew der MS Europa ist es ein besonderer Tag: “Embarkation”. Gleich werden die neuen Gäste eintreffen.
Sie haben im Vorfeld eine Menge Geld bezahlt, und die Erwartungen sind hoch. Schließlich zählt eine Kreuzfahrt immer noch zu den Traumferien schlechthin, die sich nur die wenigsten leisten können. Auch wenn billigere Anbieter in den Markt drängen: die MS Europa zählt zu den Spitzenangeboten, auch was den Preis angeht. Dafür erwartet den Kunden Luxus in allen Bereichen.
Speziell abgestellte Crew, schon in Alarmbereitschaft, bezieht in der brütenden Hitze Stellung an der Pier. Weiß an weiß reihen sich die Galauniformen. Es sind meist “Commis” und “Weindüsen” aus dem Restaurant und “Zimmerdüsen” vom Housekeeping. Ihre Aufgabe: Mit weiß behandschuhten Händen das Handgepäck der Gäste annehmen und sie zum richtigen der drei Anmeldecounter begleiten. Und lächeln, lächeln, lächeln.
Da es “für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt”, lässt sich der Hotelmanager per Sprechfunk die Ankunft der Gäste, die meist in mehreren Reisebussen kommen, vorab ankündigen. Er dirigiert hier und da einen Commis in die Reihe, lässt einen prüfenden Blick über die Counter wandern und schickt eine Stewardess zurück, deren Jacke nicht tadellos weiß ist.
Die meisten Gäste haben das Anreisearrangement gleich mitgebucht und sitzen praktischerweise alle im selben (Charter-)Flieger. Sie steigen in Hamburg oder Frankfurt ins Flugzeug und lassen sich dorthin bringen, wo die MS Europa gerade vor Anker liegt. Am Flughafen von Kapstadt werden sie bereits von den Mitarbeiterinnen der Shore Ex, der Reiseleitung an Bord, empfangen und zu den Bussen geleitet. Eine kurze Fahrt, dann geht ein Raunen durch die Businsassen, und vor den Fenstern taucht eine schnittige, strahlend weiße Form auf, mit einem orange-blauen Schornstein, aus dem eine zarte Rauchfahne aufsteigt: die MS Europa.
Während die Busse zum Halten kommen und die Türen öffnen, setzen sich schon die zahlreichen Helfer in Bewegung. Taschen werden entgegen genommen, herzliche Willkommensgrüße werden ausgesprochen, Gäste werden zu den Check-In-Schaltern gebracht. Drinks und feuchte Tücher werden gereicht. Währenddessen können schon einmal die Papiere hervorgekramt werden: Alle Gäste müssen ihre Reisepässe abgeben und die Chipkarten freischalten lassen, die ihnen in den nächsten Tagen auf der Europa als Zimmerschlüssel und Kreditkarte dienen werden.
Weiter…
Teil 2 : Der erste Tag auf See