Kreuzfahrt Stellenangebote von sea chefs- Executive Maitre dHotel w/m 18. January 2012
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Wie wohnt man und wie ist das Essen?
Kreuzfahrt Crew FAQ’s
Wohnen
Was für die meisten nach einem sicheren Auslöser für klaustrophobische Anfälle klingt, kann gutwillig auch als “urig” beschrieben werden: Die Crew-Kabine, auch “Suite” genannt. 7 relativ hübsch eingerichtete Quadratmeter stehen zur Verfügung. Die teilt man mit einem Kollegen, meistens aus dem gleichen Department.
Neben einem jugendherbergsmäßigen Stockbett finden sich ein kleiner Kühlschrank, den man wirklich sehr kalt drehen kann, eine Fernseher-Videokombination, mehrere Ablagen und 2 große Schränke. Naja, sagen wir relativ groß. Für die gesamten Klamotten –es werden mehr, wenn man länger fährt, vorzugsweise nach dem Aufenthalt in Shoppingparadiesen wie Südafrika- muss man schon ein wenig drücken, damit sich die Tür schließen lässt.
Angegliedert ist eine kleine Nasszelle mit Waschbecken, Toilette und Dusche. Auf dem Zweierdeck teilt man die Nasszelle mit der Nachbarkabine.
Komforttechnisch gibt’s bei den Kabinen nix zu meckern (ich habe zum Vergleich mal die der MS Bremen gesehen), insbesondere, wenn man –wie die meisten- einen Filipino engagiert, für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen. Für etwa 50$ im Monat gibt’s jede Woche frisch bezogene Betten und eine blitzblank geputzte Kabine – sehr empfehlenswert.
Obwohl die Kabinen schon mit 2 Personen gut gefüllt sind, gibt es regelmäßig Kabinenparties und diverse “Schoppen”, bei denen sich dann auch mal 10 Personen tummeln – nicht immer unter ganz jugendfreien Bedingungen.
Etwas nervig ist die Klimaanlage: Hinter einem großen Gitter direkt neben dem Bett entweicht ständig ein Luftstrom, den man an einem Drehregler von “eisig kalt” bis “kühl” einstellen kann. Was man nicht einstellen kann, das ist die Intensität, und auch die Temperatur folgt eher eigenen Ideen (oder denen des zuständigen Ingenieurs) als der Skala auf dem Rädchen. Deshalb werden gerne größere, bedruckte Tücher vor diese Anlage gehängt. Zum Festmachen am besten geeignet sind die kleinen, superstarken Magneten der Namensschilder. Deren Besitz ist allerdings –über den einen, für das Schild nötigen hinaus- nicht gestattet, und sie werden gerne bei den Cabin Checks eingesammelt.
Kabinenchecks/Cabin Checks
Für Neue ungewohnt sind übrigens auch die regelmäßigen Cabin Checks: Der Hotelmanager und die Offiziere kontrollieren alle 14 Tage die Kabinen auf Ordnung und Sauberkeit. Wobei z.B. Darstellungen eines unbeliebteren Maitre D‘ als Held einer schwul-pornografischen Szene unbeanstandet durchgehen – nicht aber ein angebissener Apfel.
Nur mal so zum Vergleich: Wie wohnt denn der Gast auf der MS Europa?
Drei Elemente beeinflussen den Preis der “Suiten”, wie die Kabinen auf der MS Europa genannt werden: Größe, Balkon und Lage über dem Meeresspiegel. Grundsätzlich gilt: Je mehr, desto teuer.
Die Gästedecks beginnen auf Deck 5 und enden in ultimativem Luxus auf Deck 10, wo es insgesamt nur 12 Suiten gibt, deren beide teuersten, die Hapag und die Lloyd Suite, beide mehr als 50 Quadratmeter umfassen, mit eigener Sauna und einem begehbaren Kleiderschrank in den Dimensionen einer Crewkabine.
Überhaupt wird mit Platz recht großzügig umgegangen: So hat die MS Europa im Gästebereich überhaupt keine (weniger attraktiven) Innenkabinen. Was dazu führt, dass bei etwa gleichen Abmessungen etwa dreimal soviel Gäste und anderthalb mal soviel Crew in die AIDA-Clubschiffe passen.
Entsprechend fallen natütlich auch die Preise aus: ab 500 Euro aufwärts zahlt man pro Person pro Nacht für das Privileg, auf Hapag-Lloyds Flagschiff mitzufahren.
Die Ausstattung ist reichhaltig: Neben sehr bequemen Doppelbetten verfügen die Suiten über Telefon, eine Minibar, ein luxuriöses Bad mit Wanne, einen begehbaren Kleiderschrank mit Tresor und einen CIN-Terminal.
Hinter letzterem Begriff verbirgt sich ein Stück State-of-the-Art Technik. Man kann damit nicht nur emails verschicken (jeder Gast erhält für die Dauer seines Aufenthalts entsprechend eine Adresse), sondern auch aktuelle Informationen zu den Daten der Reise abrufen, und das System ermöglicht auch den Zugriff auf eine bordeigene Video- und Audiothek mit mehreren hundert Filmen und tausenden Songs und Hörbüchern. Technik, für die man froh wäre, wenn man mal ein paar Tage schlechtes Wetter hätte und nicht jeden Tag ein neuer Hafen zu entdecken wäre.
Essen
Essen gibt’s in Messen. Haha. Entschuldigung. Es gibt zwei “Messen”, in denen die Crew isst: die Crew Mess und die Officer Mess. Erstere steht allen offen, letztere allen mit “Offiziersrang”. Das ist auf einem Kreuzfahrer recht weit gefasst. So findet man dort nicht nur die “echten” Offiziere und die Ingenieure der Engine, sondern auch die Konzessionäre, die Shore Excursion und andere Serviceabteilungen.
Generell ist es in der Crew Mess spannender. Dort schlägt der Puls der Crew, dort wird gequatscht und gefuttert. An riesigen Tischen setzt man sich spontan zusammen, wie man gerade Platz findet. Das Essen ist in den meisten Fällen gut. Gelegentlich gibt es Highlights wie Burger und Fritten, manchmal auch was weniger Beliebtes. Grundsätzlich finden sich aber immer mehrere Alternativen. Für einen leckeren Salatteller o.ä. reichts eigentlich immer.
Gala ist auch das morgendliche Frühstücksbüffet. Es hat eigentlich alles, was es auch bei einem Hotelfrühstück gibt. Frische Brötchen aus der Bordbäckerei, alle Sorten Marmeladen und Aufschnitt, Müslis und Cornflakes, die gesamte Rührei-Fraktion Marke herzhaftes “American Breakfast” (Speck und Schinken lassen ebenfalls grüßen) und –je nach Fahrtgebiet- auch eine interessante Auswahl an frischen Früchten. Verschiedene Tees und Kaffee brauchen da fast nicht mehr erwähnt zu werden. Als ich einmal las, dass Coco Chanel im Hotel Ritz wohnte, habe ich sie beneidet. Ich stellte mir vor, wie sie jeden Morgen am Frühstücksbüffet stand und sich nicht entscheiden konnte, ob sie Croissants mit Marmelade oder Schwarzbrot mit Kräuterquark essen sollte. Bis ich auf die Europa kam. Ein sehr gelungener Start in einen arbeitsreichen Morgen!
In der Officer mess gibt es drüberhinaus ein späteres Abendessen, wo das Edelfood aus dem Restaurant verkostet wird. Es führt bei allen Beteiligten zu einer leichten Wahrnehmungsverschiebung in puncto Essenskultur. Dies erschwert später ein wenig die Reintegration in ein normales tägliches Leben.