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A-D

Abandon Ship

Tonsignal: Mehrere langgezogene Signaltöne (several long blasts). Die Aufforderung, das Schiff zu verlassen, für den äußersten Notfall. Jede Person an Bord muss sich unverzüglich zu ihrer Assembly Station (Sammelstation) und von dort in die Rettungsboote und –inseln begeben.

Achtern

Das Heck eines Schiffes, hinten

Assembly Station (Sammelstation)

Bei Abandon ship alarm begeben sich alle Insassen eines Rettungsboots (Life boat) oder einer –insel (raft) zu ihrer Assembly Station. Man überprüft, ob alle vollzählig sind, und geht dann gemeinsam zu seinem Rettungsboot. Die Zugehörigkeit zu den Rettungsbooten ist über die Manning Number geregelt.

Alarm

Zwei Alarmstufen: General Alarm und Abandon Ship Alarm. Im Gefahrenfall, z.B. bei einem kleineren Feuer an Bord, wird als erstes nur das betroffene Team (in diesem Fall: das Fire Team) alarmiert. Greift das Feuer weiter um sich, so dass Gefahr für das gesamte Schiff besteht, wird General Alarm gegeben. General Alarm bedeutet, dass die Crew ihre vorgesehenen Posten einnimmt. Kann das Feuer immer noch nicht zurückgehalten werden, gibt der Kapitän (oder, wenn der nicht mehr lebt, der rangnächste Offizier oder Ingenieur) den Abandon Ship Alarm, der zum Verlassen des Schiffes auffordert.

Azipod

Die beiden ungewöhnlichen Antriebspropeller der MS Europa. Sie sind um 360 Grad schwenkbar und erinnern von der Form her an einen kopfüber aufgehängten Ventilator.

Backbord

englische Bezeichnung: Port. Links bzw. die linke Seite des Schiffes. Gegenteil: Steuerbord/Starbord.

Ballin, Albert

1867-1918, Reeder und Direktor der Hapag. Erfinder der Kreuzfahrt.
Berth

engl. Wort für Pier. Wobei das Wort “Pier” auch im englischen existiert und ebenfalls Pier bedeutet.

Black Gang

Die (schwarz gekleideten) Drogenkommandos der Hafenpolizei, insbesondere im Nord- und Ostseeraum. Kommen meist überfallartig an Bord und suchen sehr gründlich nach Drogen. Wer erwischt wird, fliegt nicht nur von Bord, sondern kann sich unter Umständen zusätzlich mit der Rechtsprechung fremder Länder auseinandersetzen.

Bordfernsehen

Viele Kreuzfahrtschiffe zeigen ein an Bord produziertes Fernsehprogramm. Meist gibt es einen touristischen Clip, in dem nochmal die Attraktionen und Landausflüge angepriesen werden. Wegen der Sprödheit der Darstellung und der immer wiederkehrenden Formulierungen warte ich eigentlich sehnlichst darauf, dass ein Tape davon mal Stefan Raab in die Finger fällt. Ferner sind Elemente aus dem Showprogramm zu bewundern, z.B. interviewt der Lektor den Top-Act oder dergleichen. Für jeden, der an Bord ist, lohnt sich ein Blick: das Programm ist auch in den Crewkabinen zu empfangen.

Bosun

Ein Matrosenrang.

Bruttoraumzahl (BRZ)

bezeichnet das Verdrängungsvolumen eines Schiffes. Der Begriff löst das alte, missverständliche Wort “Bruttoregistertonne” ab.

Bug

Der vordere Teil eines Schiffes.

Bugstrahlruder, bow thruster

Quer eingebauter Antriebspropeller, mit denen man den Bug des Schiffes ohne Schlepper an die Pier manövrieren kann.

Butler

Auch das gibt es auf der Europa. Zuständig für das Deck 10, das oberste und teuerste Passagierdeck (darüber ist ironischerweise nur noch ein Crewdeck, nämlich das Sonnendeck). Die Butler (2 sind im Einsatz) servieren Frühstück auf der Suite, kümmern sich um Ordnung und Sauberkeit, arrangieren jeden Tag eine frische Obstschale bzw. ein Blumengesteck und tun tausend kleine Handgriffe, die das Leben schöner machen.

Cabin Check

Regelmäßige Begehung der Crewkabinen. Der allgemeine Zustand wird begutachtet, ebenso die Einhaltung der Hygienevorschriften überwacht. Verderbliche Lebensmittel (frisches Obst, Milch etc.) dürfen nicht auf den Kabinen gelagert werden. Offenes Feuer ist streng verboten.

Carpenter

Der Schiffszimmermann. Gehört zum Deck Department.

Concierge

Ein BMW Z3 Cabrio für einen Landausflug – mitten im Urwald von Brasilien? Da musste selbst der Concierge ein wenig schlucken und versuchte, dem Vater der verwöhnten 22-jährigen diesen Gedanken auszureden. Ansonsten ist ein Concierge genau dafür da, jeden außergewöhnlichen Wunsch der Gäste (auf einem Schiff hauptsächlich in Bezug auf die individuellen Landausflüge) zu verwirklichen. Concierge zu sein ist dabei etwas Exklusives: Nur 5***** Hotels dürfen ihren obersten Gästebetreuer “Concierge” nennen. In ganz Deutschland gibt es dementsprechend nicht mehr als 50 Concierges, die in einer eigenen Art “Gilde” organisiert sind. Als Concierge kann man sich entsprechend auch nicht bewerben, man wird vorgeschlagen. Erkennen kann man einen Concierge an seiner diskreten Reversnadel mit zwei gekreuzten goldenen Schlüsseln, den “Cles”.

Crew

Die Mannschaft. Unterteilt in Deck-, Engine-, Hotel- und Cruise- Department. Strenggenommen keine Crew, aber doch dazugezählt: die Konzessionäre an Bord.

Crewmesse, Crew mess

Hier isst die Crew. Geöffnet in mehreren Schichten für Früshtück, 10-Uhr-Kaffee, Mittagessen, Nachmittagskaffee und Abendessen. Immer voll, immer laut, immer lustig. Man sitzt an langen Tischen ohne feste Sitzordnung. Zuständig für das Bekochen der Crewmess sind zwei eigene Köche, einer für die europäische, einer für die filipinische Crew. Das komfortablere Pendant dazu ist die Offiziersmesse.

Crewbar

Die >Piesel. Eine der ganz wenigen voll beweglichen Tanzflächen auf diesem Planeten – entsprechenden Seegang vorausgesetzt.

Crewcard

Ausweis, Kabinenschlüssel und Bordkreditkarte in einem. Mit persönlichem Konterfei. Und Manning number.

Crew Sale

Der “Crewsupermarkt”. Alle paar Tage die Möglichkeit für die Crew, in der Provision (also den Lagerräumen) zollfrei Alkohol, Zigaretten und ähnliches zu erwerben. Im Anschluss daran findet meistens ein kleines Beisammensein zur Verköstigung des Erworbenen statt.

Dead reckoning

Die einfachste Form der Kursbestimmung, das Vorausschätzen. Wenn wir mit der gleichen Geschwindigkeit in die gleiche Richtung fahren, müssten wir morgen am Punkt x sein.

Deck Department

Alle, die mit dem “nautischen Führen” des Schiffes zu tun haben. Vom “kleinsten und gemeinsten Mann bis rauf zum Kapitän”.

Disembarkation

Das Gegenteil von >Embarkation, nämlich das Aussteigen bzw. Von-Bord-gehen der Gäste oder der Crew. Üblicherweise liegen beide Aktionen am selben Tag; morgens steigen die Gäste der einen Reise aus, und am späten Nachmittag steigen die Gäste der nächsten Reise ein.

Dösi

Mischung aus Redbull und Jägermeister. Für alle, die es etwas härter mögen. Beliebter Drink “hinter den Kulissen”.

Drill

Regelmäßige (und ziemlich häufige) Sicherheits- und Rettungsübungen an Bord, werden gemäß internationaler Vorschriften durchgeführt. Pax Drill ist die vorgeschriebene Übung für alle Passagiere, die innerhalb einer gewissen Zeitspanne nach dem Einsteigen (Embarkation) durchgeführt werden muss. Einmal im Monat ist General Drill, die größte Alarmübung, in die die gesamte Crew involviert ist. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer kleinerer Drills für bestimmte Teams, z.B. für das Fire Team. Jedes Crewmitglied hat mindestens zwei Drills im Monat, meistens drei.

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