Auch bei Regen ein Paradies: MS Europa vor dem Addu Atoll, Malediven
Vertrag in der Tasche? Neugierig, gespannt und zugleich ein wenig unsicher? Herzlichen Glückwunsch, Du bist normal. Und, um es mit einem Zitat des leider viel zu früh verstorbenen Douglas Adams zu sagen: “Keine Panik!” Hier noch ein paar gesammelte Gedanken und Erfahrungen für “vor der Reise”.
Seetauglichkeitsuntersuchung
Diese Untersuchung ist eigentlich nur eine simple allgemeinärztliche Untersuchung (wobei auch irgendwelche Laborwerte ermittelt werden). Nichts Kompliziertes und nichts, was einen beunruhigen müsste. Allerdings ist nicht jeder Arzt berechtigt, solch eine Untersuchung durchzuführen. Hier ist eine Liste der berechtigten Ärzte.
Pass
Man braucht einen Pass, der zum Zeitpunkt der Disembarkation (also, wenn man das Schiff nach Ende des Vertrages verlässt) noch mindestens 6 Monate gültig sein muss. Ein Ersatzpass reicht nicht mehr, auch wegen der u.U. zusätzlichen VISA.
C1/D US-Visum
Jeder, der im Lauf seines Vertrages einen Hafen der USA anläuft, braucht das sogenannte C1/D Visum. Es berechtigt –schlicht gesprochen- zum Betreten des amerikanischen Bodens, während man sich auf einem Schiff aufhält, oder dazu, in die USA einzureisen, um an Bord seines Schiffes zu gehen. Wer mit C1/D Visum in die USA einreist, sollte am besten außerdem eine Kopie seines Anstellungvertrages griffbereit im Handgepäck haben. Die Immigration will den auf jeden Fall sehen. Pech, wenn man am Immigration-Schalter des Flughafens merkt, dass der Vetrag im aufgegebenen Koffer steckt – der ist jetzt meilenweit weg in einem anderen Teil des Flughafens.
Das C1/D Visum erhält man heute von ausgewählten amerikanischen Botschaften in Deutschland (z.B. Frankfurt, Berlin). Die Prozedur ist etwas komplizierter, und man muss persönlich erscheinen. Dafür ist das Visum dann 10 Jahre gültig.
Seemannsbuch
Das Seemannsbuch wird in der Regel von der Reederei bei der ersten Anstellung beantragt. Es wird von dem Land ausgestellt, in dem das Schiff registriert ist. Wer auf der Europa arbeitet, bekommt ein Seemannsbuch von den Bahamas-Behörden. Zu späteren Verträgen muss man es wieder mitbringen.
STCW95
Vor dem Einstieg auf ein Kreuzfahrtschiff muss jedes Crewmitglied ein obligatorisches Sicherheitstraining absolvieren. Für deutsche Bewerber wird dies in der Regel in Rostock durchgeführt (es gibt auch ein Trainingszentrum in Hamburg). Das Training wird von der Reederei bezahlt, und umfasst auch praktische Übungen (z.b: im Schwimmbad, Umdrehen einer Rettungsinsel) , Fall mit dem Freefall-Boat (das ist das moderne Rettungsboot an Frachtschiffen, das von einer Rampe ins Wasser fällt. Das gibt es zwar nicht auf Kreuzfahrtschiffen, aber das Training ist universal).
Impfungen
Je nach Fahrtgebiet empfehlen sich bestimmte Impfungen bzw. sind Impfungen sogar vorgeschrieben. So muss z.B. für die Einreise nach Brasilien eine Gelbfieberimfpung vorweisen. Ob Impfungen für den Vertrag notwenidig sind, weiß die Reederei. Trotzdem sind diverse Impfungen sinnvoll, unter anderem die recht günstige Polio/Wundstarrkrampf/Diphterie-Kombiimpfung und generell die Hepatitisimpfung. Letztere ist allerdings recht teuer. Zu beachten ist grundsätzlich, dass Impfungen mehrere Wochen Zeit brauchen.
So müssen viele Impfungen mehrmals wiederholt werden, bis der volle Impfschutz aufgebaut ist, und zwischen den Impfterminen sind Wartezeiten von 7-14 Tagen einzuhalten.
Ausführlich informieren kann man sich zu diesem Thema auf der Homepage des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenkrankheiten in Hamburg oder bei seinem Hausarzt.
Kontakt halten
Wer zur See fährt, hinterlässt immer Menschen zuhause, mit denen er kommunizieren möchte. Verschiedene Wege stehen offen. Man muss nur vorher dran denken, allen Betroffenen die entsprechenden Adressen zu geben. Und sollte sein eigenes Adressbuch auf keinen Fall vergessen!
Snail Mail
Wer frisch verliebt ist und auf den romantischen Austausch von Papier unmöglich verzichten kann (oder sonst engeren Kontakt zu nahestehenden Menschen halten möchte), kann eigentlich auf allen Schiffen Briefe erhalten und versenden. Das Porto zahlt die Reederei. Diese “Crewmail” wird an Bord gesammelt, per Kurier in die Zentrale der Reederei gebracht und von dort verschickt. Auf dem umgekehrten Weg erhält man die Post: Die Geliebten oder Verwandten schreiben c/o an die Adresse der Reederei, und die Reederei transportiert die Briefe per Kurier zum Schiff. Für Pakete (auch das geht!) gilt allerdings eine andere Regelung: Die lässt man sich –am besten mit ausreichend Vorlauf- an den Hafenagenten eines Anlaufhafens schicken. Die Adressen hat die Reederei. Dieses Verfahren ist jedoch nicht ganz unproblematisch, und ich würde es nur in echten Notfällen anwenden. Wer exotische Postkarten schicken möchte, kann die natürlich ganz unabhängig mit lokalen Marken frankieren und vor Ort während des Landgangs in einen Postkasten werfen.
Email
Auf allen Kreuzfahrtschiffen gibt es inzwischen entweder Crew-Email-Adressen, oder man kann Internetzugang zu günstigen Tarifen nutzen. Günstig ist dabei relativ: Schiffe halten ihre Internetverbindung über Satellitenverbindungen, die ein Vielfaches eines DSL-Anschlusses kostet. Und über die relativ schmalen Leitungen läuft der Gästeverkehr (der teurer abgerechnet werden kann), der “Office”-Verkehr des Schiffes und auch noch die Telefonleitungen (VoIP).
Auf dem Schiff lebt man quasi mittellos. Alles an Bord ist ja frei oder kann mit der Crewcard bezahlt werden. Wer allerdings nach draußen will, braucht Bargeld. Das muss man sich beim Crew Purser auszahlen lassen. Diese Auszahlungen sind aber bloß zweimal im Monat, und wer eine verpasst oder das Geld zu schnell verprasst, sitzt erstmal doof da. Daher sollte man eine Kreditkarte ins Auge fassen. Bleibt die Frage, welche.
In den USA musste ich zum ersten Mal feststellen, dass der Begriff “Euroscheckkarte” durchaus einen regionalen Aspekt hat: Die amerikanischen ATM’s akzeptieren keine EC-Karten (eine Ausnahme soll die CITICORP sein, wie mir später eine erfahrene Amerikareisende erzählte).
Mit meiner VISA-Card habe ich jedoch weltweit gute Erfahrungen gemacht. Jedenfalls wurde sie überall akzeptiert, wo genug Zivilisation war, dass man von “shoppen” sprechen konnte. Vorsicht nur beim Frischgeldstechen, Kreditkarten verlangen da unverschämte Gebühren (10%).
Man sollte auf jeden Fall daran denken, für den Hinreisetag zum Schiff eine Handreserve Bargeld (im Zweifelsfall Dollar) mitzunehmen. Bei den Verspätungen und Zwischenfällen im heutigen Luftverkehr kann es sonst sein, dass man stundenlang ohne Essen und Getränke auf einem Flughafen sitzt (mehr dazu unter “Meine Odyssee” im Kapitel Reportagen).
Ich packe meinen Koffer…
Murphys Regel des Dschungelshoppings: Alles, was man vergessen kann, kann man auch irgendwo auf der Welt nachkaufen. Es sieht vielleicht nicht genauso aus wie zuhause, aber es wird die gestellte Anforderung schon mehr oder minder bewältigen. Und seinem Träger ein wenig “Globalkolorit” verleihen. Trotzdem sollte man die folgenden Must-haves aus Deutschland mitbringen, um Stress zu vermeiden.
Schwarze Socken
Das Pflichtkleidungsstück zum Anzug. Davon kann man nie genug haben. Auch, weil die Laundry immer mal gern was verbummelt. Und schwarze Socken verschwinden ja sowieso immer.
Musik
Für jede Art von Party oder Entspannung unverzichtbar. Man braucht einerseits mp3-Player mit Kopfhörer für den privaten Hörgenuss, aber auch was Passendes für die spontane Kabinen- oder Gangparty. Beliebt sind daher z.B. ipods mit entsprechenden Lautsprechern (JBL, Bose, …). Zum ‘Helden der Crew’ wird man durch den Besitz von DJ-Programmen wie Traktor, mit denen man z.B. zu besonderen Anlässen die Crewbar beschallen kann.
Ladegeräte
Schnell hat man sie vergessen, die vielen kleinen Ladegeräte für Mobiltelefon, Laptop, Discman, Digitalkamera, Videokamera und was es nicht alles gibt.
Kamera
Cleverer ist es, sich eine gute Kamera vor der Kreuzfahrerei zu kaufen. Erstmal will man natürlich selbst hinterher Beweise und Erinnerungen. Und erfahrungsgemäß sind Fotos oder Filme das Allererste, wonach man gefragt wird, wenn man von einem Schiffseinsatz zurück kommt. Auch unspektakuläre “Blicke hinter die Kulissen”, an die man sich an Bord schnell gewöhnt hat, sehen zu Hause im Album immer noch witzig und originell aus und geben Neugierigen interessante Anhaltspunkte. Der Klassiker ist natürlich “Ich mit Rettungsweste”. Der Fotoshop an Bord kann auch schöne Abzüge von den Digifotos printen, zum Austausch mit Crewfreunden.
Laptop
Auf vielen Schiffen gibt es die Möglichkeit für die Crew, mit dem eigenen Laptop ins Internet zu gehen – perfekt für Chat oder Skype. Wer wenig schleppen will, und den Computer nur für Mails/Internetsurfen verwendet, ist mit einem günstigen Netbook am besten beraten. Wer zusätzlich Filme schauen und sein gesamtes digitales Leben verwalten will, sollte ein etwas leistungsstärkeres Modell mit grossem Bildschirm wählen. Schliesslich muss man es ja nur 2 Mal in 6 Monaten schleppen – bei der An- und Abreise.
Was zu lesen? Neeeeeee…
Ich habe an Bord nicht ein einziges Buch geschafft. Dabei lese ich normalerweise schnell und viel. Aber an Bord ist eigentlich immer so viel los, so dass man dafür einfach keine Muße findet. Wer nichts mit hat und unbedingt lesen will, kann in vielen Schiffen Bücher aus der Bordbibliothek ausleihen. Da gibt’s alles vom Klassiker bis zum Schundroman.
Strandkram bzw. Weitsicht bei der Planung
Wer in Deutschland bei Null Grad in den Flieger steigt, ist mit dem Kopf noch nicht ganz am Strand. Ein kleiner Rucksack oder eine Schultertasche ist grundsätzlich praktisch und leistet bei tausend Gelegenheiten nützliche Dienste. Hausschuhe sind an Bord quasi unverzichtbar. Ich werde nie vergessen, wie ich die gesamte dämliche Karibik-Insel St. Martin (gehört halb zu den niederländischen Antillen) abgeklappert habe, ohne auch nur ansatzweise etwas flipflop-Ähnliches aufzutreiben. Stattdessen Adiletten an jeder Ecke. Meine gesamte Mittagspause ging dafür drauf. An einem der nächsten Tage, ich glaube auf St. Kitts, musste ich dann nochmal deswegen in die “Stadt” statt an den Strand. Wäre vermeidbar gewesen. In diese Kategorie fällt auch das Thema Sonnenschutz oder Autan, wenn man in Malariagebiete fährt. Stattdessen habe ich mehrere dicke Pullover geschleppt, die ich in den ganzen 6 Monaten nicht ein einziges Mal getragen habe.
Reisevorbereitung
Auch bei Regen ein Paradies: MS Europa vor dem Addu Atoll, Malediven
Vertrag in der Tasche? Neugierig, gespannt und zugleich ein wenig unsicher? Herzlichen Glückwunsch, Du bist normal. Und, um es mit einem Zitat des leider viel zu früh verstorbenen Douglas Adams zu sagen: “Keine Panik!” Hier noch ein paar gesammelte Gedanken und Erfahrungen für “vor der Reise”.
Seetauglichkeitsuntersuchung
Diese Untersuchung ist eigentlich nur eine simple allgemeinärztliche Untersuchung (wobei auch irgendwelche Laborwerte ermittelt werden). Nichts Kompliziertes und nichts, was einen beunruhigen müsste. Allerdings ist nicht jeder Arzt berechtigt, solch eine Untersuchung durchzuführen. Hier ist eine Liste der berechtigten Ärzte.
Pass
Man braucht einen Pass, der zum Zeitpunkt der Disembarkation (also, wenn man das Schiff nach Ende des Vertrages verlässt) noch mindestens 6 Monate gültig sein muss. Ein Ersatzpass reicht nicht mehr, auch wegen der u.U. zusätzlichen VISA.
C1/D US-Visum
Jeder, der im Lauf seines Vertrages einen Hafen der USA anläuft, braucht das sogenannte C1/D Visum. Es berechtigt –schlicht gesprochen- zum Betreten des amerikanischen Bodens, während man sich auf einem Schiff aufhält, oder dazu, in die USA einzureisen, um an Bord seines Schiffes zu gehen. Wer mit C1/D Visum in die USA einreist, sollte am besten außerdem eine Kopie seines Anstellungvertrages griffbereit im Handgepäck haben. Die Immigration will den auf jeden Fall sehen. Pech, wenn man am Immigration-Schalter des Flughafens merkt, dass der Vetrag im aufgegebenen Koffer steckt – der ist jetzt meilenweit weg in einem anderen Teil des Flughafens.
Das C1/D Visum erhält man heute von ausgewählten amerikanischen Botschaften in Deutschland (z.B. Frankfurt, Berlin). Die Prozedur ist etwas komplizierter, und man muss persönlich erscheinen. Dafür ist das Visum dann 10 Jahre gültig.
Seemannsbuch
Das Seemannsbuch wird in der Regel von der Reederei bei der ersten Anstellung beantragt. Es wird von dem Land ausgestellt, in dem das Schiff registriert ist. Wer auf der Europa arbeitet, bekommt ein Seemannsbuch von den Bahamas-Behörden. Zu späteren Verträgen muss man es wieder mitbringen.
STCW95
Vor dem Einstieg auf ein Kreuzfahrtschiff muss jedes Crewmitglied ein obligatorisches Sicherheitstraining absolvieren. Für deutsche Bewerber wird dies in der Regel in Rostock durchgeführt (es gibt auch ein Trainingszentrum in Hamburg). Das Training wird von der Reederei bezahlt, und umfasst auch praktische Übungen (z.b: im Schwimmbad, Umdrehen einer Rettungsinsel) , Fall mit dem Freefall-Boat (das ist das moderne Rettungsboot an Frachtschiffen, das von einer Rampe ins Wasser fällt. Das gibt es zwar nicht auf Kreuzfahrtschiffen, aber das Training ist universal).
Impfungen
Je nach Fahrtgebiet empfehlen sich bestimmte Impfungen bzw. sind Impfungen sogar vorgeschrieben. So muss z.B. für die Einreise nach Brasilien eine Gelbfieberimfpung vorweisen. Ob Impfungen für den Vertrag notwenidig sind, weiß die Reederei. Trotzdem sind diverse Impfungen sinnvoll, unter anderem die recht günstige Polio/Wundstarrkrampf/Diphterie-Kombiimpfung und generell die Hepatitisimpfung. Letztere ist allerdings recht teuer. Zu beachten ist grundsätzlich, dass Impfungen mehrere Wochen Zeit brauchen.
So müssen viele Impfungen mehrmals wiederholt werden, bis der volle Impfschutz aufgebaut ist, und zwischen den Impfterminen sind Wartezeiten von 7-14 Tagen einzuhalten.
Ausführlich informieren kann man sich zu diesem Thema auf der Homepage des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenkrankheiten in Hamburg oder bei seinem Hausarzt.
Kontakt halten
Wer zur See fährt, hinterlässt immer Menschen zuhause, mit denen er kommunizieren möchte. Verschiedene Wege stehen offen. Man muss nur vorher dran denken, allen Betroffenen die entsprechenden Adressen zu geben. Und sollte sein eigenes Adressbuch auf keinen Fall vergessen!
Snail Mail
Wer frisch verliebt ist und auf den romantischen Austausch von Papier unmöglich verzichten kann (oder sonst engeren Kontakt zu nahestehenden Menschen halten möchte), kann eigentlich auf allen Schiffen Briefe erhalten und versenden. Das Porto zahlt die Reederei. Diese “Crewmail” wird an Bord gesammelt, per Kurier in die Zentrale der Reederei gebracht und von dort verschickt. Auf dem umgekehrten Weg erhält man die Post: Die Geliebten oder Verwandten schreiben c/o an die Adresse der Reederei, und die Reederei transportiert die Briefe per Kurier zum Schiff. Für Pakete (auch das geht!) gilt allerdings eine andere Regelung: Die lässt man sich –am besten mit ausreichend Vorlauf- an den Hafenagenten eines Anlaufhafens schicken. Die Adressen hat die Reederei. Dieses Verfahren ist jedoch nicht ganz unproblematisch, und ich würde es nur in echten Notfällen anwenden. Wer exotische Postkarten schicken möchte, kann die natürlich ganz unabhängig mit lokalen Marken frankieren und vor Ort während des Landgangs in einen Postkasten werfen.
Email
Auf allen Kreuzfahrtschiffen gibt es inzwischen entweder Crew-Email-Adressen, oder man kann Internetzugang zu günstigen Tarifen nutzen. Günstig ist dabei relativ: Schiffe halten ihre Internetverbindung über Satellitenverbindungen, die ein Vielfaches eines DSL-Anschlusses kostet. Und über die relativ schmalen Leitungen läuft der Gästeverkehr (der teurer abgerechnet werden kann), der “Office”-Verkehr des Schiffes und auch noch die Telefonleitungen (VoIP).
Telefonieren
Zum Thema Telefon gibt es einen Extra-Beitrag Telefonieren im Ausland für Crewmember.
Erfahrungen zum Thema “Weltweit bezahlen”
Auf dem Schiff lebt man quasi mittellos. Alles an Bord ist ja frei oder kann mit der Crewcard bezahlt werden. Wer allerdings nach draußen will, braucht Bargeld. Das muss man sich beim Crew Purser auszahlen lassen. Diese Auszahlungen sind aber bloß zweimal im Monat, und wer eine verpasst oder das Geld zu schnell verprasst, sitzt erstmal doof da. Daher sollte man eine Kreditkarte ins Auge fassen. Bleibt die Frage, welche.
In den USA musste ich zum ersten Mal feststellen, dass der Begriff “Euroscheckkarte” durchaus einen regionalen Aspekt hat: Die amerikanischen ATM’s akzeptieren keine EC-Karten (eine Ausnahme soll die CITICORP sein, wie mir später eine erfahrene Amerikareisende erzählte).
Mit meiner VISA-Card habe ich jedoch weltweit gute Erfahrungen gemacht. Jedenfalls wurde sie überall akzeptiert, wo genug Zivilisation war, dass man von “shoppen” sprechen konnte. Vorsicht nur beim Frischgeldstechen, Kreditkarten verlangen da unverschämte Gebühren (10%).
Man sollte auf jeden Fall daran denken, für den Hinreisetag zum Schiff eine Handreserve Bargeld (im Zweifelsfall Dollar) mitzunehmen. Bei den Verspätungen und Zwischenfällen im heutigen Luftverkehr kann es sonst sein, dass man stundenlang ohne Essen und Getränke auf einem Flughafen sitzt (mehr dazu unter “Meine Odyssee” im Kapitel Reportagen).
Ich packe meinen Koffer…
Murphys Regel des Dschungelshoppings: Alles, was man vergessen kann, kann man auch irgendwo auf der Welt nachkaufen. Es sieht vielleicht nicht genauso aus wie zuhause, aber es wird die gestellte Anforderung schon mehr oder minder bewältigen. Und seinem Träger ein wenig “Globalkolorit” verleihen. Trotzdem sollte man die folgenden Must-haves aus Deutschland mitbringen, um Stress zu vermeiden.
Schwarze Socken
Das Pflichtkleidungsstück zum Anzug. Davon kann man nie genug haben. Auch, weil die Laundry immer mal gern was verbummelt. Und schwarze Socken verschwinden ja sowieso immer.
Musik
Für jede Art von Party oder Entspannung unverzichtbar. Man braucht einerseits mp3-Player mit Kopfhörer für den privaten Hörgenuss, aber auch was Passendes für die spontane Kabinen- oder Gangparty. Beliebt sind daher z.B. ipods mit entsprechenden Lautsprechern (JBL, Bose, …). Zum ‘Helden der Crew’ wird man durch den Besitz von DJ-Programmen wie Traktor, mit denen man z.B. zu besonderen Anlässen die Crewbar beschallen kann.
Ladegeräte
Schnell hat man sie vergessen, die vielen kleinen Ladegeräte für Mobiltelefon, Laptop, Discman, Digitalkamera, Videokamera und was es nicht alles gibt.
Kamera
Cleverer ist es, sich eine gute Kamera vor der Kreuzfahrerei zu kaufen. Erstmal will man natürlich selbst hinterher Beweise und Erinnerungen. Und erfahrungsgemäß sind Fotos oder Filme das Allererste, wonach man gefragt wird, wenn man von einem Schiffseinsatz zurück kommt. Auch unspektakuläre “Blicke hinter die Kulissen”, an die man sich an Bord schnell gewöhnt hat, sehen zu Hause im Album immer noch witzig und originell aus und geben Neugierigen interessante Anhaltspunkte. Der Klassiker ist natürlich “Ich mit Rettungsweste”. Der Fotoshop an Bord kann auch schöne Abzüge von den Digifotos printen, zum Austausch mit Crewfreunden.
Laptop
Auf vielen Schiffen gibt es die Möglichkeit für die Crew, mit dem eigenen Laptop ins Internet zu gehen – perfekt für Chat oder Skype. Wer wenig schleppen will, und den Computer nur für Mails/Internetsurfen verwendet, ist mit einem günstigen Netbook am besten beraten. Wer zusätzlich Filme schauen und sein gesamtes digitales Leben verwalten will, sollte ein etwas leistungsstärkeres Modell mit grossem Bildschirm wählen. Schliesslich muss man es ja nur 2 Mal in 6 Monaten schleppen – bei der An- und Abreise.
Was zu lesen? Neeeeeee…
Ich habe an Bord nicht ein einziges Buch geschafft. Dabei lese ich normalerweise schnell und viel. Aber an Bord ist eigentlich immer so viel los, so dass man dafür einfach keine Muße findet. Wer nichts mit hat und unbedingt lesen will, kann in vielen Schiffen Bücher aus der Bordbibliothek ausleihen. Da gibt’s alles vom Klassiker bis zum Schundroman.
Strandkram bzw. Weitsicht bei der Planung
Wer in Deutschland bei Null Grad in den Flieger steigt, ist mit dem Kopf noch nicht ganz am Strand. Ein kleiner Rucksack oder eine Schultertasche ist grundsätzlich praktisch und leistet bei tausend Gelegenheiten nützliche Dienste. Hausschuhe sind an Bord quasi unverzichtbar. Ich werde nie vergessen, wie ich die gesamte dämliche Karibik-Insel St. Martin (gehört halb zu den niederländischen Antillen) abgeklappert habe, ohne auch nur ansatzweise etwas flipflop-Ähnliches aufzutreiben. Stattdessen Adiletten an jeder Ecke. Meine gesamte Mittagspause ging dafür drauf. An einem der nächsten Tage, ich glaube auf St. Kitts, musste ich dann nochmal deswegen in die “Stadt” statt an den Strand. Wäre vermeidbar gewesen. In diese Kategorie fällt auch das Thema Sonnenschutz oder Autan, wenn man in Malariagebiete fährt. Stattdessen habe ich mehrere dicke Pullover geschleppt, die ich in den ganzen 6 Monaten nicht ein einziges Mal getragen habe.